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18.01.2021 08:11 Kategorie: Aktuelle Mitteilungen, Kleintierpraxis, Tierhalter, Coronavirus

ZZF: Fellpflege während der Corona-Pandemie

Mitteilung des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) www.zzf.de

Lockdown: Gesundheitsprophylaxe bei Fellpflege in Gefahr
Enge Zusammenarbeit mit Hundefriseuren erforderlich

 

Gemäß der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung ist derzeit die Ausübung des Berufs „Heimtierpfleger“ aufgrund des Lockdowns nur bei „unaufschiebbarem Bedarf“ und teilweise nur auf tierärztliche Empfehlung zulässig. Wie das bayerische Gesundheitsministerium dem Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) mitgeteilt hat, dürfen Hundefriseure während des Lockdowns ausschließlich aus folgenden Gründen ihren Salonbetrieb öffnen:

 

  • Kauf von speziellem Tierfutter
  • Pflegebehandlungen, die erforderlich sind, um die Gesundheit des Tieres sicherzustellen bzw. es vor Schmerzen zu bewahren, wie z.B.

    • das Kürzen von überlangen Krallen oder Krallen, die einzuwachsen drohen; selbiges bei Zähnen (Kaninchen)
    • das Rasieren von verfilztem Fell, wenn weiteres Zuwarten mit der Gefahr der Hautentzündung verbunden wäre (auf tierärztliche Empfehlung),
    • erforderliche medizinische Bäder (gegen Parasiten, Hautpilz) bei Tieren, die sich von ihrem Besitzer nur unter Gefahr der Verletzung für Tier und Mensch baden lassen.“

 

Das Kürzen von Krallen wird überwiegend in Tierarztpraxen durchgeführt. Aber aufgrund der erforderlichen tierärztlichen Empfehlung für eine Schur besteht die Gefahr, dass Hundehalter derzeit den Gang zum Hundefriseur und damit die Gesundheitsprophylaxe aufschieben, teilt der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) mit. Dies kann für Hunde in Bayern gesundheitliche Folgen haben. Nicht jeder Hundehalter ist in der Lage, das Fell seines Hundes ohne professionelle Hilfe filzfrei zu halten. Manche Hundebesitzer sind schon rein körperlich nicht oder nicht mehr in der Lage, die Pflege alleine zu bewerkstelligen.

Der ZZF appelliert deshalb an Tierärzte, eine reibungslose Zusammenarbeit mit Hundefriseuren zu unterstützen: Hilfreich sei die Ausstellung einer tierärztlichen Empfehlung für die Schur bestimmter Hunderassen* und von Hunden, die aufgrund von Alter oder Krankheit mehr Unterstützung beim Fellwechsel benötigen. Mit der tierärztlichen Empfehlung können Heimtierpfleger regelkonform arbeiten. Die Empfehlung kann um eine Fotodokumentation ergänzt werden, die nachweist, dass der Hundefriseur einen der genannten Hunde oder Hunderassen getrimmt hat.

 

Fellpflege ist Gesundheitsprophylaxe

Verfilzungen in Hundefell führen zu Unwohlsein und Bewegungseinschränkungen des Hundes, im schlimmsten Fall sogar zu Hautirritationen und Entzündungen. Gerade bei niedrigen Temperaturen gilt es Filzschuren zu vermeiden, die sich für diese Hundegruppe im Alltag als problematisch erweisen. Eine Verschlechterung bereits bestehender Krankheiten sind wahrscheinlich. Besonders im Winter sind Verfilzungen im Zwischenzehenbereich der Pfoten ein großes Problem. In Verbindung mit Feuchtigkeit bilden sich schnell Ekzeme zwischen den Ballen, weshalb diese vermieden oder zeitnah entfernt werden sollten. Das Freischneiden der Augen und Lefzen, besonders bei brachycephalen Hunderassen, deren Nasenfalten bei der Pflege besondere Aufmerksamkeit benötigen, beugt Ekzemen vor.

Der ZZF weist darauf hin, dass Heimtierpfleger ihren Kunden grundsätzlich den Besuch des Tierarztes nahelegen, wenn Auffälligkeiten, die auf Krankheiten hinweisen könnten, sichtbar sind. Der Gang zum Hundefriseur oder Tierarzt stellt kein zusätzliches Risiko dar, da Hundehalter mit ihren Tieren sowieso mehrmals am Tag Gassi gehen müssen.

Die Mitglieder des ZZF arbeiten nach strengen hygienischen Grundlagen, welche die Empfehlungen von Tierärzteverbänden für die Arbeit von Tierärzten zur Verhinderung der Ansteckung mit Covid-19 umsetzen.

 

 

*eine regelmäßige Pflege (etwa alle 6 bis 8 Wochen) benötigen alle Rassen und Mischlinge, deren Fell am ganzen Körper stetig wächst. Beispiele sind Malteser, Yorkshire Terrier, Pudel, Tibet Terrier, Havaneser, Bearded Collies, Doodle, Lhasa Apso, Bolonka Zwetna u.v.a.m. Dazu kommen Rassen, die aufgrund ihrer Fellstruktur Unterstützung beim Fellwechsel benötigen, da das Fell nicht eigenständig ausfällt, verfilzt und zu Hautirritationen führt. Beispiele sind alle Terrier-Rassen mit Trimmfell, alle Rassen aus der Familie der Spitze bzw. nordische Rassen mit besonders viel Unterwolle, etwa Samojede, Pomeranian. Auch Hunde, die kastrationsbedingt besonders viel Unterwolle ausgebildet haben, die sich schlecht löst, benötigen professionelle Pflege (beispielsweise kastrierte Leonberger, Neufundländer, Berner Sennenhunde, einige Retriever)